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Daniel Kehlmann schreibt "Lob über Literatur" - "Salzburger Rede" inklusive
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Gerüchte und Spekulationen: Steht die ARD-Seifenoper "Marienhof" vor dem Aus?
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In US-Medien hat die Selbstzensur jetzt Pause - Jacksons blanke Brust bekanntester Aufreger
Eine einzelne Brust kann über Jahre Dutzende Anwälte beschäftigen - zumindest, wenn sie Janet Jackson gehört und für ein paar Sekunden live im amerikanischen Fernsehen war.
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Von (Wilhelm Koch) |
31.01.2009
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Amberg
Der letzte Schnauferer
Figürliche Särge aus Ghana im Luftmuseum Amberg
Ein Oberhaupt tritt seine letzte Reise in einem Löwen- oder Adlersarg an. Bild: Koch (4)
Wie die Luft zum Atmen gehört der Tod zum Leben. Dem sprichwörtlichen letzten Schnauferer beziehungsweise dem Danach ist die eine Sonderausstellung im Amberger Luftmuseum gewidmet. Vor etwas mehr als fünfzig Jahren begann sich bei der Volksgruppe der Ga in Südghana die Tradition zu entwickeln, Tote in neuartigen Figurensärgen zu bestatten. Gemäß einer in westlichen Kunstkreisen verbreiteten Legende wurden diese Särge vom 1992 verstorbenen Kane Kwei in Teshie nahe der Hauptstadt Accra erfunden. Der Schreiner soll die Idee 1951 von seinem Onkel übernommen haben, der figürliche Sänften und gelegentlich auch solche Särge herstellte. Gegenwärtig werden die Figurensärge hauptsächlich in Teshie und im benachbarten Nungua angefertigt. Waren es am Anfang nur vereinzelte Schreiner die sich auf die Särge spezialisierten, sind es in den letzten Jahren viele junge Handwerker und Künstler, die das weltweite Interesse und den „Boom“ um die fantasievollen Särge nutzen und mit neuen Ideen fortführen.
Von (Wilhelm Koch) |
31.01.2009
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Amberg
Der letzte Schnauferer
Figürliche Särge aus Ghana im Luftmuseum Amberg
In ihrer Figürlichkeit stellen die Särge den Beruf des Toten dar oder geben einen Hinweis darauf, was in dessen Leben wichtig war.
In ihrer Figürlichkeit stellen die Särge den Beruf des Toten dar oder geben einen Hinweis darauf, was in dessen Leben wichtig war. Ferner können sie auf Sprichwörter verweisen, weshalb die Ghanaer sie auch als Sprichwortsärge (Proverbial Coffins) bezeichnen. Da sich die Ga das Leben im Jenseits ähnlich wie auf Erden vorstellen, sollen solche Objekte den Verstorbenen helfen, im Ahnenreich weiterhin den irdischen Berufen nachzugehen und einen ihrem Status entsprechendem Platz unter den Vorfahren einzunehmen. So begräbt man einen Fischer in einem Kanu- oder Fischsarg, einen Bauern in einem Zwiebelsarg oder ein Oberhaupt in einem Löwen- oder Adlersarg. Obwohl solche Werke seit der ersten Ausstellung „Magiciens de la Terre“ 1989 in Paris regelmäßig in Galerien und Museen zu sehen sind, werden die meisten Särge nicht für den Kunstmarkt, sondern immer noch für Beerdigungen hergestellt, die zumeist in den ländlichen Regionen und in den Küstenstädten der Ga, wie Accra, La, Teshie, Nungua und Tema, stattfinden.
Von (Wilhelm Koch) |
31.01.2009
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Amberg
Der letzte Schnauferer
Figürliche Särge aus Ghana im Luftmuseum Amberg
Mit dem Käfer in die Ewigkeit.
Die traditionelle Religion der Ga zeichnet sich vor allem durch ihre große Offenheit gegenüber anderen Glaubensrichtungen aus. Sich als Christ oder Moslem zu betrachten und gleichzeitig die überlieferten Götter zu verehren, stellt für die Ga kein Problem dar. Die im Luftmuseum ausgestellten Särge stammen von einem der bekanntesten Sargbauer, dem Künstler Paa Joe. Der 62-Jährige wurde 1972 zum Meister befördert, arbeitete von 1974 bis 1976 im Schiffsbau und eröffnete 1976 an der Hauptstraße zwischen Accra und Tema seinen eigenen Betrieb. Mittlerweile ist die Werkstatt zu einer Touristenattraktion geworden und er beschäftigt zwei Meister, acht Lehrlinge und verschiedene Kunstmaler. Pro Jahr werden in dieser Werkstatt rund 85 Särge hergestellt, die zumeist in Ghana verkauft werden und zu einem kleinen Teil in Kunstsammlungen gelangt. Der Preis für einen Einheimischen liegt bei etwa 700 Dollar. Paa Joe fertigt alles auf Bestellung an. Seine Kunden stammen mehrheitlich aus den ländlichen Küstenregionen und gehören dem traditionellen Glauben an. Die Motive werden anhand von Fotos oder in der Diskussion mit den Hinterbliebenen entworfen und dann in vier bis acht Wochen traditionell in Holz, mit Spachtel und mehreren Schleifgängen hergestellt und mit aufwendigen Lackierungen und Bemalungen versehen. Während dieser Zeit wird der Tote im Kühlhaus aufgebahrt. Es gleicht kein Sarg dem anderen, darauf legen die Sargbauer wert.
Von (Wilhelm Koch) |
31.01.2009
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Amberg
Der letzte Schnauferer
Figürliche Särge aus Ghana im Luftmuseum Amberg
Vor über 50 Jahren entwickelte sich in Südghana die Tradition, Tote in neuartigen Figurensärgen zu bestatten.
Die Bearbeitung der Särge erfolgt ohne elektrische Geräte mit wenigen einfachen Werkzeugen wie Fuchsschwanz, Hobel, Stemmeisen, Zangen, Hammer und Nägeln. Alle figürlichen Särge werden nach westlichen Schreinermethoden konstruiert und nicht wie Einbäume oder Seekanus aus einem Stamm geschnitzt. Die Sargkunst entspricht jedoch nicht dem westlichen Klischee von Kunst, sondern entspringt den überlieferten Riten und wird immer wieder neu den Traditionen angepasst.
Im Luftmuseum Amberg (Eichenforstgäßchen 12) sind zehn große Figurensärge des Wiesbadener Sammlerehepaares Ute und Michael Berger zu bestaunen. Dazu werden zehn kleine Sargmodelle des Sammlers Rolf mehr...
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