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Von (dpa)  |  07.01.2008  | Netzcode: 1224662  |  1040 Mal gelesen.
Berlin/Gelnhausen

Stress, lass nach: "Eltern-Burnout"

Wenn Mütter und Väter alles perfekt machen wollen: Familienidyll bis zur Schmerzgrenze

Berlin/Gelnhausen. (dpa) Kinder können nerven. Keiner weiß das besser als Eltern, auch wenn es manchmal schwerfällt, darüber zu sprechen. Ganz stressfrei geht es in keiner Familie zu. Manchmal aber erreicht die Überforderung die Schmerzgrenze. Und dann kann es für alle Beteiligten gefährlich werden. "Eltern-Burnout" wird das Phänomen genannt, wenn Mütter oder Väter so überanstrengt sind, dass sie nicht mehr weiter wissen.

Fröhlich sitzen die drei Frechdachse auf der
Fröhlich sitzen die drei Frechdachse auf der Fensterbank. Aber der Alltag mit Kindern ist für viele Eltern kein Zuckerschlecken. Experten raten daher: Die Kleinen sollten ruhig auch mal von anderen Personen betreut werden! Bild: dpa
Bei Familienstress kommt vieles zusammen, objektive Faktoren und subjektive Wahrnehmung: "Eltern sehen ihre Rolle heute ganz anders als früher", sagt die Ratgeber-Autorin Bettina Mähler aus Gelnhausen bei Frankfurt/Main.

"Einfach mitgelaufen"



"Früher sind Kinder einfach mitgelaufen, und man hat sich nicht so viele Gedanken gemacht", erzählt die Lehrerin, die lange Elternkurse gegeben hat. "Heute ist Elternsein mit großen Erwartungen befrachtet, es gibt einen enormen Perfektionsdruck." Und wenn die Erwartungen der Wirklichkeit nicht standhalten, entsteht Stress.

Denn oft ist die Realität grauer als das farbenfrohe Bild, das vom Familiendasein in der Öffentlichkeit gemalt wird: "Da sind immer alle ausgeschlafen und gut gelaunt, die Wohnung ist sauber und aufgeräumt", sagt Mähler. Umso größer ist der Kontrast beim Blick ins reale Kinderzimmer. Viele Kinder seien außerdem schwieriger als früher. "Und sie treten ihren Eltern gegenüber anders auf."

Die probaten Erziehungsmittel in der Generation der Großeltern - drohen und im Zweifelsfall zuschlagen - kommen nicht mehr in Frage. Das macht das Erziehen anstrengender. Diskutieren ist eben mühsamer als Druck machen.

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