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"Kisses on the Bottom": Paul McCartney schaut zurück
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07.01.2008
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Berlin/Gelnhausen
Stress, lass nach: "Eltern-Burnout"
Wenn Mütter und Väter alles perfekt machen wollen: Familienidyll bis zur Schmerzgrenze
Berlin/Gelnhausen. (dpa) Kinder können nerven. Keiner weiß das besser als Eltern, auch wenn es manchmal schwerfällt, darüber zu sprechen. Ganz stressfrei geht es in keiner Familie zu. Manchmal aber erreicht die Überforderung die Schmerzgrenze. Und dann kann es für alle Beteiligten gefährlich werden. "Eltern-Burnout" wird das Phänomen genannt, wenn Mütter oder Väter so überanstrengt sind, dass sie nicht mehr weiter wissen.
Fröhlich sitzen die drei Frechdachse auf der Fensterbank. Aber der Alltag mit Kindern ist für viele Eltern kein Zuckerschlecken. Experten raten daher: Die Kleinen sollten ruhig auch mal von anderen Personen betreut werden! Bild: dpa
Bei Familienstress kommt vieles zusammen, objektive Faktoren und subjektive Wahrnehmung: "Eltern sehen ihre Rolle heute ganz anders als früher", sagt die Ratgeber-Autorin Bettina Mähler aus Gelnhausen bei Frankfurt/Main.
"Einfach mitgelaufen"
"Früher sind Kinder einfach mitgelaufen, und man hat sich nicht so viele Gedanken gemacht", erzählt die Lehrerin, die lange Elternkurse gegeben hat. "Heute ist Elternsein mit großen Erwartungen befrachtet, es gibt einen enormen Perfektionsdruck." Und wenn die Erwartungen der Wirklichkeit nicht standhalten, entsteht Stress.
Denn oft ist die Realität grauer als das farbenfrohe Bild, das vom Familiendasein in der Öffentlichkeit gemalt wird: "Da sind immer alle ausgeschlafen und gut gelaunt, die Wohnung ist sauber und aufgeräumt", sagt Mähler. Umso größer ist der Kontrast beim Blick ins reale Kinderzimmer. Viele Kinder seien außerdem schwieriger als früher. "Und sie treten ihren Eltern gegenüber anders auf."
Die probaten Erziehungsmittel in der Generation der Großeltern - drohen und im Zweifelsfall zuschlagen - kommen nicht mehr in Frage. Das macht das Erziehen anstrengender. Diskutieren ist eben mühsamer als Druck machen.
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07.01.2008
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Berlin/Gelnhausen
Stress, lass nach: "Eltern-Burnout"
Wenn Mütter und Väter alles perfekt machen wollen: Familienidyll bis zur Schmerzgrenze
Ein buchstäblicher Burnout, bei dem ein Elternteil psychisch und physisch zusammenbricht, sei zwar selten, sagt Mähler. Stress bis an die Belastungsgrenzen gebe es aber in vielen Familien. "Je nach Alter des Kindes gibt es unterschiedliche Stressoren", ergänzt Julia Scharnhorst vom Vorstand des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) in Berlin. Junge Eltern mit kleinen Kindern seien oft gestresst, wenn sie nachts wenig Schlaf bekommen und das Baby auch tagsüber viel schreit. "Vor allem beim ersten Kind gibt es oft diese Angst ,Das Kind hat etwas, und ich kann nichts tun'."
Keine ruhige Minute
Eltern haben dann keine ruhige Minute mehr: "Schon das Stillen ist nachts kein Spaß, die Kinder zu füttern auch nicht immer. Dann kommen die Zähne, später die Kinderkrankheiten", sagt Mähler. Und das sind nur die alltäglichen Probleme: "Frühgeburten sind heute häufiger", sagt Andreas Engel, Leiter einer Erziehungsberatungsstelle in Hof. "Aber auch Ernährungsstörungen bei Kindern haben zugenommen." Und auch Schreikinder seien häufiger als früher ein Problem.
Von (dpa) |
07.01.2008
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Berlin/Gelnhausen
Stress, lass nach: "Eltern-Burnout"
Wenn Mütter und Väter alles perfekt machen wollen: Familienidyll bis zur Schmerzgrenze
Fremdbetreuung suchen
Anders als im Mehrgenerationenhaushalt früherer Zeiten sei oft niemand da, den man bei Problemen fragen kann oder der bei der Betreuung der Kinder einspringt, sagt Julia Scharnhorst: "Weder Eltern noch Geschwister oder Tanten und Onkel." Wichtig, gerade für junge Familien, seien die Kontakte zu anderen Eltern und zu den Nachbarn. Denn wer Stress hat und niemanden, der einem hilft oder zuhört, hat es doppelt schwer, sagt Mähler: "Wer den ganzen Tag immer nur mit dem Kind zusammen ist, empfindet das wie Isolationsfolter."
Literatur zum Thema: Bettina Mähler, "Eltern-Burnout", rororo, 8,90 Euro; Susanne und Christian Strobach, "Eltern im Burnout", Goldegg, 23,30 Euro.
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