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Von Uli Piehler  |  28.09.2010  | Netzcode: 2510943  |  2378 Mal gelesen.
Weiden/Tirschenreuth.

Unreife als Bonus vor Gericht

Urteil im Lea-Prozess: Landgericht Weiden bleibt unter Forderung der Staatsanwaltschaft

Weiden/Tirschenreuth.. Landgerichtspräsident Bernhard Ring selbst bezeichnete die Strafe als "relativ moderat". Die 1. Jugendkammer des Landgerichts Weiden blieb bei der Strafzumessung im Lea-Prozess sieben Monate unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Mutter des Mädchens aus Tirschenreuth muss nur fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis.

Äußerlich gefasst nahm die Angeklagte das Urteil
Äußerlich gefasst nahm die Angeklagte das Urteil des Landgerichts Weiden auf. Die 22-jährige Tirschenreutherin muss fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. "Wir hatten uns auf dieses Strafmaß vorbereitet", sagte Anwältin Andrea Schnetzer. Bild: Karin Wilck
"Um hier vorurteilsfrei entscheiden zu können, muss man den Tod von Lea aus dem Hinterkopf verbannen", erklärte Ring bei der Urteilsbegründung. Zwischen der monatelang dauernden Vernachlässigung des Kindes und dem Tod Ende März habe kein Kausalzusammenhang hergestellt werden können. Die Mutter könne nicht für den Tod des Mädchen verantwortlich gemacht werden, weil es möglicherweise auch bei einer rechtzeitigen ärztlichen Behandlung gestorben wäre.

Die 22-Jährige stand auch nicht wegen Totschlags vor Gericht. Der zunächst darauf lautende Haftbefehl war im Mai aufgehoben worden. "Andernfalls wäre eine Strafe Haftstrafe im zweistelligen Bereich zu bemessen gewesen." Die Angeklagte wurde wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, gefährlicher Körperverletzung und Urkundenfälschung verurteilt. Richter Ring stellte fest: "Sie trifft eine schwere, massive Schuld." Die junge Frau nahm das Urteil ohne äußere Regung auf.

Im Wesentlichen schloss sich die Kammer der Sichtweise der Staatsanwaltschaft an. Insbesondere den Tatvorwurf des Quälens und der Böswilligkeit sah das Gericht als zweifelsfrei gegeben an. "Dass die Angeklagte ihre Tochter gequält hat, war offensichtlich", sagte Ring. "Und ihr Verhalten war böswillig, weil sie aus eigensüchtigen Gründen handelte."

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