Berlin
3-D-Fernsehen und neue Formen des Lesens
Die Internationale Funkausstellung zeigt wieder Neuheiten aus der Welt der Unterhaltungselektronik und des Haushalts
Berlin. (dpa) Die magische Formel lautet 3-D. Befeuert von erfolgreichen dreidimensionalen Kinofilmen wie "Avatar" oder "Alice im Wunderland" ist 3-D zu einem Top-Thema der diesjährigen IFA in Berlin avanciert. Vom 3. bis zum 8. September zeigen zahlreiche Aussteller ihre 3D-TV-Geräte, aber auch viele neue Fernseher mit Internetanbindung (Hybrid-TV) stehen an den Messeständen. Zubehör und Programme für die i-Produkte von Apple bekommen 2010 erstmals eine eigene Halle. Gleiches gilt für die E-Library mit Tablet-PCs, E-Readern und E-Books.
Mit einer Tiefe von nur knapp acht Millimetern empfiehlt sich Samsungs neue 3D-TV-Reihe C9090 besonders für die Wandmontage. Über die mitgelieferte Universalfernbedienung, die mit Drei-Zoll-Display selbst ein kleiner Fernseher ist, lassen sich auch andere Geräte steuern. Auch Sony ist mit den Serien HX8, HX9 und LX9 beim Messe-Thema 3-D vertreten. Sharp will 3-D-LCD-TV mit besonderer Bildqualität präsentieren: Neben Rot, Grün und Blau soll die vierte Displayfarbe Gelb für Brillanz sorgen.
Fernsehen und Internet
"Die Aufmerksamkeitswerte für das Thema 3-D sind, nur wenige Wochen nach der Einführung der ersten 3-D-tauglichen Geräte, bereits deutlich höher als die entsprechenden Werte in der Anfangsphase der HDTV-Einführung", sagt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsrat der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu), die die IFA gemeinsam mit der Messe Berlin veranstaltet.
Auch Fernseher mit Internetzugang stehen schon in vielen Wohnzimmern. Laut Bitkom ist bereits jedes vierte TV-Gerät im Handel internetfähig. Der Hersteller Loewe zeigt auf der IFA sein neues Medianet, ein Portal, über das am Fernseher eine Auswahl optimierter Internetseiten abgerufen werden kann. Toshiba unterstützt mit ersten Geräten den neuen Standard für Hybrid-TV (HbbTV).
Um neue Formen des Lesens geht es in der E-Library-Halle. Dort stellt unter anderem Medion einen neuen E-Reader mit 6 Zoll großem Touch- screen, WLAN und MP3-Spieler vor. Das E-Ink-Display reflektiert das Licht wie Papier, hat also einen angenehm hohen Kontrast und verbraucht nur beim Seitenwechsel Strom. Artverwandtes bringt MSI mit nach Berlin: Beim Wind Pad handelt es sich um einen Tablet-PC mit 10-Zoll-Multitouchscreen. Und hinter der nüchternen Bezeichnung AE2420 verbirgt sich eine Station zum Betrachten von 3-D-Fotos und -Filmen auf einem 24 Zoll großen Display. Die notwendige Shutter-Brille gehört zum Lieferumfang.
Staubsaug-Roboter
Auch bei den Haushaltsgeräten (Home Appliances), die seit 2008 fester Bestandteil der Messe sind, gibt es vom Babyphone, das per Infrarot-Kamera auch Bilder überträgt, über die neuesten Espressomaschinen und Staubsaug-Roboter bis hin zum stylishen Turmventilator eine Menge zu sehen. Zum Beispiel die Waschmaschine Logixx 8 von Bosch, die anhand der Parameter Verschmutzung, Wasserhärte und Waschprogramm selbst richtig dosiert. Miele zeigt unter anderem eine Waschmaschine und einen Trockner, die sich einschalten, wenn der Strom am günstigsten ist, und eine Smartphone-Anwendung, über die sich Haushaltsgeräte per WLAN steuern lassen.
Apple hat mit seinen i-Produkten eine beispiellose Erfolgsgeschichte hingelegt. Das gilt für den iPod wie das iPhone. Und auch der neue Tablet-PC iPad eroberte blitzschnell die Verkaufscharts. Kein Wunder also, dass auch die Zubehörindustrie sich eingehender mit diesem Markt beschäftigt: Immer mehr Firmen bieten neben Zusatzprogrammen, den sogenannten Apps, auch Hardware-Zubehör für iPod, iPhone und Co. an, womit sich die Geräte in Funktion und Aussehen aufmotzen lassen.
"i-Welt" und Klangwunder
Deutlich wird dieser Trend allein schon dadurch, dass die IFA der "i-Welt" erstmals einen eigenen Bereich frei räumt. Die "IFA iZone" widmet sich nach Angaben der Messeorganisatoren ausschließlich "den Produkten aus der boomenden Welt der Macs, iPhones, Apps und diversen Zubehören". So gibt es beispielsweise vom Anbieter Artwizz unter anderem Taschen, Ladegeräte, Kopfhörer und Adapter. Mehr Aufsehen erregen iPod- und iPhone-Besitzer indes mit Produkten von Bling My Thing: Hier können sie ihr Smartphone-Gehäuse mit Swarovski-Kristallen veredeln lassen.
"Die jungen Leute kennen Stereoanlagen in klassischer Form ja gar nicht mehr", meint Holger Biermann, Chefredakteur des Audiomagazins "Stereoplay". Musikgenuss finde immer mehr im öffentlichen Raum statt. Kopfhörer so groß wie Ohrenwärmer sind längst modisches Accessoire. 2009 sind Biermann zufolge erstmals mehr Kopfhörer als Hi-Fi-Boxen verkauft worden. So haben auf der IFA viele Hersteller neue mobile Klangwunder im Programm: vom Kopfhörer bis zu erstaunlich gut klingenden Aktivboxen für Notebook und PC.
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