Von Josef Maier |
25.05.2010
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Die Bayern spielen und Inter jubelt
Die einfache Strategie des Siegers: Disziplin statt Spektakel - Hoeneß: "Das entscheidende Quäntchen ausgebuffter"
Madrid. Bei all dem Brimborium, dem Spektakel, das mittlerweile um ein Champions-League-Finale gemacht wird, bei all diesem Gigantismus bleibt diese wichtigste Partie im europäischen Vereinsfußball doch ein ganz einfaches Fußballspiel. Ein Doppelpass, eine Körpertäuschung - 0:1, 0:2. Und die Münchner Bayern waren gegen Inter Mailand am Samstagabend verloren.
Das Endspiel von Madrid war wahrlich keine mitreißende Begegnung, die in den Fußball-Büchern in überdimensionaler Länge auftauchen wird. Doch sie zeigte, dass Teams wie Inter Mailand mit der strikten Anwendung der Grundkenntnisse auch den größten aller Silberpokale abschleppen können. Diese italienische Mannschaft, in der in der Anfangself kein einziger Italiener stand, war in erster Linie darauf aus, Fehler zu vermeiden. "Und in solchen Spielen entscheiden dann Kleinigkeiten", stellte Bayern-Coach Louis van Gaal nüchtern fest. Seine Spieler hatten sich zwei "Kleinigkeiten" (Demichelis, van Buyten) erlaubt - mit großer Wirkung.
Von Josef Maier |
25.05.2010
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Die Bayern spielen und Inter jubelt
Die einfache Strategie des Siegers: Disziplin statt Spektakel - Hoeneß: "Das entscheidende Quäntchen ausgebuffter"
Bitterer Moment für Müller
Vielleicht hätten diese Kleinigkeiten auch nichts ausgemacht, wenn die Münchner wie in den vergangenen Wochen aufgetreten wären. Bastian Schweinsteiger erkannte sich und seine Teamkollegen in manchen Phasen vor knapp 75 000 Zuschauern im brodelnden Bernabeu-Stadion nicht wieder: "Ich glaube, es hat nicht jeder von uns gespielt, was er kann." Die Bayern hatten so viel gekonnt in den vergangenen Spielen. Ein wenig konnten sie ja auch in Madrid. Wie etwa diesen Spielzug kurz nach der Pause. "Das war schon ein bitterer Moment für mich", gestand Thomas Müller. Der 20-Jährige musste ausgleichen. "Er trifft nicht, Milito schon", brachte es van Gaal auf den einfachsten Nenner. Diego Milito blieb zwei Mal (35./70.) vor dem starken Jörg Butt ganz cool. Müller schoss Inter-Keeper Júlio César an.
Die Münchner wollten aber das alles nicht an dieser einen Szene fest machen. "Wir waren einfach nicht mutig genug", kritisierte Philipp Lahm, der mit Arjen Robben unermüdlich auf rechts antrieb, während auf der linken Seite kreativer Stillstand herrschte. Die Münchner demonstrierten aber auch, dass sie nicht nur fußballerisch - wie so oft zuletzt - Größe zeigen können. "Man muss fairerweise sagen, dass Inter verdientermaßen gewonnen hat", meinte Butt und dieser Tenor fand sich auch in den Worten von Uli Hoeneß, Christian Nerlinger oder van Gaal wieder. Der Trainer war etwas enttäuscht, dass seine Leute einfach nicht gut genug gewesen seien: "Für unser Spiel muss man gegen so eine Mannschaft wie Inter top drauf sein. Und das waren wir heute nicht." Die Bayern hatten fast 70 Prozent Ballbesitz. Aber José Mourinho ließ seine Spieler auf dem Platz so verschieben, dass die Münchner kaum Lücken fanden. Hoeneß: "Inter war einfach das entscheidende Quäntchen ausgebuffter."
Von Josef Maier |
25.05.2010
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