Bundestagskandidaten im O-Netz-Chat
Heute: Albert Rupprecht (CSU), Wahlkreis Weiden
Der 41-Jährige gelernte Diplom-Volkswirt stammt aus Albersrieth (Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab) und wuchs mit sechs Geschwistern auf. Rupprecht ist verheiratet und Vater einer Tochter. Rupprecht engagierte sich schon früh politisch und zog 2002 in den Bundestag ein.
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Geboren am 10. Juni 1968 in Waldthurn; römisch-katholisch; verheiratet, Vater einer Tochter
Persönlicher und beruflicher Werdegang
1974-1979 Volksschule Waldthurn
1979-1988 Augustinus-Gymnasium Weiden
1988 Abitur am Augustinus-Gymnasium Weiden
1988 dreimonatiger Aufenthalt in China, Russland,
1988/89 Wehrdienst bei der Marine in Eckernförde, Flensburg und Wilhelmshaven
1989-1995 Studium der Volkswirtschaft in Regensburg, Diplomvolkswirt
1990-1993 paralleles Zweitstudium, Vordiplom Soziologie 1991 zweimonatiger Aufenthalt in Indien, Pakistan, Iran,
1995 – 2002 Engagement bei mehreren jungen Unternehmen als Berater, Geschäftsführer und Gesellschafter
Ehrenamtliches Engagement
Seit dem 14. Lebensjahr ehrenamtliches Engagement in der kirchlichen Jugendarbeit
* 1991 bis 1992 Diözesanvorsitzender der KLJB Diözese Regensburg
* Gründungsmitglied des Vereins für ländliche Entwicklung,
* Mitglied des *Landesbundes für Vogelschutz, Bund Naturschutz, Bürgernetzverein, sowie anderer Vereine und Verbände
Politischer Werdegang
Mitglied der CSU, Mittelstandsunion und Jungen Union
* 1995 bis 1999 stellv. Bezirksvorsitzender der Jungen Union Oberpfalz.
* seit Mai 1997 Mitglied des CSU-Kreisvorstandes Neustadt/WN
* 1999 bis 2003 Bezirksvorsitzender der Jungen Union Oberpfalz
* seit Juni 2003 Mitglied des CSU-Bezirksvorstandes der Oberpfalz
* 2008-2009 stellvertretender Vorsitzender des CSU-Bezirksverbandes Oberpfalz
Seit September 2002 Mitglied des Deutschen Bundestag
* Nov. 2005 – Dezember 2007 stellv. Vorsitzender im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie
* seit Dezember 2007 Mitglied im Finanzausschuß
* seit November 2008 Vorsitzender des Finanzmarktgremiums (parlamentarisches Kontrollorgan des Finanzmarkstabilisierungsfonds SoFFin)
Der Chat in voller Länge:
HannsSeidl: Hallo, wie wollen wir uns jetzt eingentlich positionieren: weiter von der FDP distanzieren, um das eigene soziale Profil zu schärfen? Machen wir uns da nicht ähnlich unglaubwürdig wie die Sozis, die auf Schwarz-Gelb einschlagen und behaupten mit der Ampel koalieren zun wollen?
Albert_Rupprecht: Auf die FDP einhacken ist das eine, Unterschiede zur FDP rausarbeiten und klar machen ist das andere - und das ist notwendig, damit die Wählerinnen und Wähler die Unterschiede erkennen können. Wir sind in der Wirtschaftspoltik oder der Finanzpolitik nahe beieinander, aber es gibt Riesenunterschiede zur FDP im Bereich innere Sicherheit, Familienpolitk, Sozialpolitik oder Rechtspolitik. Und diese Unterschiede müssen, denke ich, vor den Wahlen auch nochmals sachlich rausgearbeitet werden.
JuliaW: Guten Abend Herr Rupprecht, Sie sind ja selbst seit kurzem Vater. Was tun Sie für die jungen Familien in unserer Region?
Albert_Rupprecht: Liebe JuliaW, wir müssen Familien in ihrer Unterschiedlichkeit und in der Lebenssituation ernst nehmen. Da gibt es die traditionellen Familien, Alleinerziehende mit Kindern, in manchen Familien sind die Großeltern mit im Haus. Deswegen ist es das Wichtigste, dass die Eltern bei der Kindererziehung Wahlfreiheit haben. Wir haben in den letzten vier Jahren in der Unterstützung der Familien einen Riesenschritt nach vorne gemacht: Elterngeld, Erhöhung des Kindegeldes, Ausbau des Betreuungsangebotes, steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten, und als CSU werden wir in der nächsten Legislatur zudem Kinderbetreuungsgeld einführen, damit auch Eltern, die zu Hause bleiben unterstützt werden. Und was das Wichtigste ist: Die gesellschaftliche Diskussion über Kinder und Familien - auch da sind wir ein großes Stück weitergekommen. Ich erlebe selbst als Vater einer sechs Monate alten Tochter, dass Deutschland ein kinderfreundliches Land ist. Ich habe in den sechs Monaten viele Menschen erlebt, die hilfsbereit waren, wenn es zum Beispiel den Kinderwagen die Treppen hochzutragen galt.
GerdMüller: Lieber Herr Rupprecht, keine Frage, nur eine Feststellung. Ich finde es unmöglich, dass aus jeder Mücke ein Elefant gemacht wird bei Politikern. Jeder Normalbürger nimmt für sich in Anspruch bei jeder Steuererklärung mitzunehmen, was er kann, aber bei Politikern, die oft kein Privatleben mehr haben, wird dann eine Dienstwagengeschichte aufgebauscht, obwohl es Gang und Gäbe es, dass Angestellte ihren Dientwagen auch privat nutzen. Deshalb finde ich es auch vom Neuen Tag nicht richtig, aus den Aufzeichnungen über Parteifreunde eine großeSache zu machen. Seien wir uns doch ehrlich, das ist in jeder Firma üblich, dass man die Qualität der Leistung der Mitarbeiter taxiert.
Albert_Rupprecht: Lieber GerdMüller, da es keine Frage, sondern eine Meinung ist, ergänze ich Ihre Meinung mit meiner Meinung: Sie haben Recht, auch Politiker sind nur Menschen! Beste Grüße.
sympathisant: Hallo Herr Rupprecht, was machen Sie eigentlich wenn Sie die Wahl verlieren sollten für den Fall dass Herr Schieder gewinnt?? Schon einen Plan B?
Albert_Rupprecht: Lieber sympathisant. Ich habe keinen Plan B. Wie es auch immer ausgeht: Ich werde am Tag nach der Wahl erst einmal durchschnaufen und mich ein paar Stunden um meine Tochter kümmern. Beste Grüße.
CSU: Hallo Herr Ruprecht! Wie soll ein Ruck durch das Land gehen, wenn die Politiker so müde wie beim Duell am letzten Sonntag auftreten und selber beim Reden fast einschlafen? Keine Emotionen, keine Argumente - garnix war das!
Albert_Rupprecht: Lieber Herr CSU, mich haben die Beiden auch nicht vom Hocker gerissen. Doch ich glaube, wenn wir einen Mehrheit mit der FDP hinbekommen würden, würde ein Ruck durchs Land gehen.
CSU: Hallo Herr Rupprecht. Warum verspricht man immer wieder einen Schuldenabbau, obwohl man dies nicht einmal in den besten Zeiten geschafft hat. Derartige Versprechen sind schon mehrfach verschoben worden - das macht die Politik unglaubwürdig! Kennen Sie dazu die hervorragenden Artikel einer der größten Edelmetall-Internet-Seiten in Deutschland - die ja auch aus Weiden kommt ( www.das-bewegt-die-welt.de ) über Zinseszins und Geldsystem nicht? Einstein sagte mal, daß der Zinseszins die stärkste Kraft im Universum sei und so früher oder später jeden Staat in den Banrott treibt!
Albert_Rupprecht: Ich teile Ihre Sorgen, habe aber eine andere Einschätzung: Wir hatten es 2008 geschafft, gesamtstaatlich einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen. Die weltweite Krise hat uns für 2009 gehörig einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich glaube aber, dass wir unter einer bürgerlichen Regierung in der Tat beides erreichen können: einen ausgeglichenen Haushalt und Entlastung der Bürger. Das gelingt aber nur mit wirtschaftlichen Wachstum. Wobei ich immer mehr glaube, dass wir eine Diskussion über die Qualität des Wachstums brauchen, damit es auch zum Wohle der Menschen im Lande ist.
lola: hi, das Problem an der CSU ist, dass man als junger Mensch unmöglich in eine Versammlung mit lauter Leuten in Lederhosen und Gamsbärten gehen kann, die in einer Art bayerischer Disneywelt leben. nix für ungut, du schaust ja richtig gut aus, aber da muss sich schon viel verändern, wenn man meine Generation wieder zur politik bringen will. das gilt natürlich für alle Parteien, aber die CSU orientiert sich bei vielen themen eben besonders stark an solchen vermeintlichen Traditionen wie kinder, küche, kirche und gegen Ausländer. ich denke, eure wirtschaftliche einstellung ist ja ganz ok, aber gesellschaftlich lebt ihr doch hinterm Mond - oder besser gesagt, ihr tut so, weil ihr glaubt, dass alle am Stammtisch vor den Türken angest haben.
Albert_Rupprecht: Liebe lola, Dein Eindruck ist sehr lustig und amüsant. Also ich glaube, Du warst vor zehn Jahren das letzte Mal auf einer CSU-Veranstaltung. Auch bei der CSU steht die Welt nicht still und es hat sich vieles verändert. Am besten, Du kommst doch einmal zu einer Veranstaltung. Schick mit mal Deine Mailadresse (an redaktion@oberpfalznetz.de), ich lade Dich mal ein. Die Zeche übernehme natürlich ich. Liebe Grüße.
Glatt: Guten Abend, Herr Rupprecht, meine Frage an Sie: Ich habe das Gefühl, dass es in der Politik immer mehr "glatte Typen" gibt - Vertreter, die eigentlich nur die Parteilinie nachplappern. Ein Typ vom Schlag Schmidt, Strauß oder Struck erkennt man kaum noch. Würden Sie sich als einen solchen zuletzt genannten "Typen" bezeichnen?
Albert_Rupprecht: Ich bin kein Strauß, Struck oder Schmidt, weil ich keine Kriegszeit erlebt habe und erst 68 geboren bin. Ich bin sicherlich auch kein glatter Typ, sondern seit meinem 14 Lebensjahr zunächst in der kirchlichen Jugendarbeit, später in der JU und CSU gesellschaftpolitisch engagiert. Und habe mich in all den Jahren mit meiner Meinung mit Leidenschaft, mit einer großen Portion Idealismus aber auch nicht selten strittig und kontrovers eingebracht. Hätte ich den glatten und einfachen Weg gewählt, hätte ich etwas anderes in den vergangenen Jahren getan. Beste Grüße.
borussia: Hallo Herr Rupprecht, diese Frage habe ich gestern Abend bereits der FDP gestellt. Mir ist der "Soli" ein großer Dorn im Auge. Irgendwann geht es doch nicht mehr um Aufbau Ost, sondern um Staatschulden damit zu auszugleichen. Wie lange sollen wir noch für den Aufbau Ost mit dem "Soli" zahlen?
Albert_Rupprecht: Lieber borussia, der Solidaritätszuschlag ist nicht zweckgebunden für den Aufbau Ost, sondern geht in den allgemeinen Steuertopf. Deshalb würde die Abschaffung des Solis nichts an den Geldern, die in den Aufbau Ost fließen, ändern.Aber natürlich ist Ihr Anliegen absolut berechtigt, dass, wie vormals angekündigt, dieser Solidaritätszuschlag befristet ist, und deshalb muss im Gesamtpacket zur Steuersenkungen in den nächsten Jahren auch an den Soli herangegangen werden.
Schieder: Lieber Herr Rupprecht, können Sie in ein paar Sätzen beschreiben was Sie in den letzten vier Jahren für unsere Region gemacht haben? Ich habe persönlich keinen Unterschied zwischen Ihrer Amtszeit und der vorherigen gemerkt. Danke.
Albert_Rupprecht: Lieber schieder, in Kürze und stichpunktartig. Ich habe erreicht: Die Nordoberpfalz hat die beste Wirtschaftsförderung Westdeutschlands - über 100 Unternehmen haben deswegen investiert und Arbeitsplätze geschaffen - 8000 neue Arbeitsplätze. Bundespolizeireform: Alle drei Standorte gerettet, Waidhaus, Bärnau, Weiden - nach der Refom mehr Bundespolizisten als vorher - verhindert, dass 600 Einwohner der Region nach München oder Frankfurt umziehen mussten. 700 Gaskunden in der Region haben eine Rückzahlung der E.ON erhalten, insgesamt einen vielfachen Millionenbetrag. A6 fertiggestellt - für Klöster Waldsassen und Speinshardt zur Sanierung mehrere Millionen organisiert und so weiter und so weiter. Insgesamt eine Liste mit mehr als 400 Erfolgen. Ich muss jetzt aufhören, weil der Moderator sagt, wir müssen jetzt zur nächsten Frage kommen. Herzliche Grüße.
AlexanderMerkl: Sehr geehrter Herr Rupprecht,als junger Mensch habe ich immer etwas Angst, wenn ich von steigenden Arbeitslosenzahlen höre. Wie sieht das konkret in unserer Region aus?
Albert_Rupprecht: Lieber alexander, ich bin heilfroh, dass wir trotz Wirtschaftskrise in diesem Jahr mehr Ausbildungsplätze in der Region haben werden, als im Schnitt der leztten Jahre. Vor vier Jahren hatten wir eine Arbeitslosigkeit von zehn Prozent in der Region mit schlechten Aussichten für junge Menschen. Ende 2008 hatten wir die Arbeitslosigkeit auf 3 Prozent reduziert. Bei allen Firmenbesuchen wurde mir gesagt, dass händeringend junge, engagierte Leute gesucht werden. Ich hoffe, dass die jetztige Wirtschaftskrise nicht unsere Aufbauarbeit der letzten Jahre kaputtmacht. Liebe Grüße.
quaak: Hallo, schließen Sie eigentlich Schwarz-Grün aus? Wäre doch interessant
Albert_Rupprecht: Liebeer quaak, ob Umweltpolitik aber auch durchaus in Bereichen der Finanzpolitik gibt es interessante Übnereinstimmungen zwischen Schwarz und Grün. In vielen anderen Bereichen sind die Grünen aber noch genauso weit von schwarz entfernt, wie rot von schwarz entfernt ist. Deswegen glaube ich, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis eine solche Koalition realistisch ist - zumal grün und schwarz wohl sowieso keine Mehrheit hätte. Liebe Grüße.
Moderator: Es ist jetzt nach 20 Uhr und es sind noch eine Vielzahl an Fragen an Albert Rupprecht eingegangen. Es würde wohl noch weitere zwei Stunden dauern, alle Fragen zu beantworten. Daher bieten wir den Usern an, ihre Anliegen per Mail an uns weiterzuleiten - entweder an redaktion@oberpfalznetz.de - wenn Sie anonym bleiben sollen - oder direkt an albert.rupprecht@wk.bundestag.de. Alle Fragen werden in den nächsten beiden Tagen beantwortet.









