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30.07.2010
| Netzcode: 2433084 | 47 Mal gelesen.
Die Traumwandler
Ein Meisterwerk: Christopher Nolans "Inception" mit Leonardo DiCaprio
Vor zehn Jahren kroch Regisseur Christopher Nolan mit dem rückwärts erzählten Amnesie-Thriller "Memento" erstmals unter die Hirnrinde des Publikums. Zuletzt lieferte er 2008 mit dem düsteren "Batman"-Epos "The Dark Knight" einen Kassenschlager, der zum Kult-Klassiker avancierte. Jetzt hat er mit "Inception" seine vorläufig beste Arbeit abgeliefert: Ein ideenreicher Science-Fiction-Krimi mit Tiefgang, ein spektakulärer Blockbuster mit Hirn.
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| Dom (Leonardo DiCaprio) hat als Talisman einen Kreisel dabei, der ihm zeigt, ob er wach ist oder träumt. |
Träume gelten als Tor zum Unterbewusstsein des Menschen, zu seinen Sehnsüchten und Geheimnissen - schlafen wir tief und fest, steht dieses Tor sperrangelweit offen. Was also, wenn Diebe in unsere Traumwelten eindringen und Geheimnisse stehlen könnten? Was, wenn man Träume obendrein konstruieren könnte wie ein Architekt, der ein Einkaufszentrum plant?
Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) ist so ein Traum-Experte: Mit seinem Team dringt er in die Köpfe seiner Opfer ein und stiehlt hauptsächlich Firmengeheimnisse - eine elegante Version der Industriespionage unter dem Namen Extraktion. Für den Industriellen Saito (Ken Watanabe) sollen Cobb und seine Männer das Gegenteil ihrer Standard-Aktion durchziehen, eine sogenannte Inception: Statt eine Idee zu stehlen, sollen sie in den Kopf von Saitos Konkurrent Robert Fisher (Cillian Murphy) eine einpflanzen - und zwar den Wunsch, den von seinem Vater geerbten Weltkonzern zu zerschlagen.
Um ihr Ziel zu erreichen, müssen Cobb, Koordinator Arthur (Joseph Gordon-Levitt), Fälscher Eames (Tom Hardy), Chemiker Yusuf (Dileep Rao) und Nachwuchs-Architektin Ariadne (Ellen Page, "Juno") mehr riskieren als bisher. Innerhalb von Fishers Traum müssen sie einen weiteren Traum konstruieren und in diesem einen weiteren - erst im dritten Level kann die heikle Inception vielleicht gelingen.
30.07.2010
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Die Traumwandler
Ein Meisterwerk: Christopher Nolans "Inception" mit Leonardo DiCaprio
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| In den Traumwelten ist alles möglich. Hier wird Paris einfach mal in der Mitte gefaltet, ohne, dass jemand abstürzt. Bilder: Warner Bros. |
Für Cobb hängt vom Erfolg der Mission die Rückkehr in sein Leben ab: Saito will ihm die Einreise in die USA ermöglichen, wo seine Kinder leben. Seit dem mysteriösen Tod seiner Frau Mal (Marion Cotillard) gilt er als Hauptverdächtiger und wird von der Polizei gejagt. Und tatsächlich gibt sich der Witwer die Schuld am Schicksal seiner geliebten Frau, so sehr, dass sie immer wieder in seinem Träumen auftaucht und schließlich sogar die Mission gefährdet. Als Fishers Unterbewusstsein sich mit Gewalt gegen die Eindringlinge wehrt, scheint alles zu spät ...
Lupenreiner Blockbuster
Was ist echt, was ist Traum? Mit verschiedenen Ebenen der Realität haben schon etliche Filme gespielt, selten wurde der Zuschauer jedoch so virtuos durch die Handlung geschleudert wie in "Inception" - allein die letzte Szene vor dem Abspann ist schlicht genial. Der Film schafft dabei einen Spagat: Mit all seinen Verfolgungsjagden, Schießereien, Prügeleien, atemberaubenden Zeitlupen-Aufnahmen, Spezialeffekten und der visuellen Brillanz von Nolans Stamm-Kameramann Wally Pfister ist er ein lupenreiner Blockbuster, der auch den 08/15-Kinogänger zufriedenstellen kann.
30.07.2010
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Die Traumwandler
Ein Meisterwerk: Christopher Nolans "Inception" mit Leonardo DiCaprio
Gleichzeitig berührt Nolans Drehbuch aber auch philosophische und wissenschaftliche Aspekte des Träumens, handelt von menschlichen Verlusten und deren Bewältigung. Der 40-jährige Filmemacher mischt seine Science-Fiction-Geschichte mit dem Humor des Heist-Genres á la "Ocean's Eleven", fügt einen Spritzer "Matrix" und "007" sowie ein Paar Krümel Kubrick und Hitchcock dazu. US-Kritiker haben in Nolans Film stärkere surreale Fantasie-Elemente á la Terry Gilliam vermisst und dabei eines vergessen: Die unheimlichsten Träume sind die, die man von der Realität nicht unterscheiden kann - da braucht kein sprechendes Einhorn ums Eck zu kommen.
Emotionaler Anker
Nolan konzentriert sich kaum auf die technischen Aspekte seiner Story, verzichtet auf Hightech-Spielzeug und Albernheiten. Er vertraut seinen Hauptfiguren, sie sind ihm wichtiger; und DiCaprio zahlt ihm in seiner Rolle als Cobb das Vertrauen zurück: Ohne sich als Star in den Vordergrund zu spielen, bildet er den emotionalen Anker der irrwitzigen Geschichte und ermöglicht es dem Zuschauer, Gefühle in das Leinwandspektakel zu investieren. Auch die wunderbare Marion Cotillard erdet mit ihrem Spiel die phantastische Luftnummer, brillant außerdem Tom Hardy und Joseph Gordon-Levitt, der mehr als einmal an Heath Ledger erinnert.
30.07.2010
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Die Traumwandler
Ein Meisterwerk: Christopher Nolans "Inception" mit Leonardo DiCaprio
"Inception" ist keine Fortsetzung, keine Comic-Adaption, keine Leinwand-Version einer TV-Serie und kein Remake: Der Film ist der seltene Vertreter einer Gattung von Blockbuster-Streifen, die ihr Publikum ernst nehmen, nicht unterfordern und dabei gut unterhalten. Ein echtes Original, das Werk eines visionären Filmemachers, der erst am Anfang seiner Karriere steht. Also: Wer sein Gehirn im Kino anlässt, hat definitiv mehr von Nolans Meisterwerk.
Regie: Christopher Nolan - Darsteller: Leonardo DiCaprio, Ken Watanabe, Joseph Gordon-Levitt, Marion Cotillard, Ellen Page, Tom Hardy, Cillian Murphy, Tom Berenger, Dileep Rao - Musik: Hans Zimmer - FSK: ab 12 - Länge: 148 Minuten - Im Internet: wwws.warnerbros.de/inception
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