08.02.2010
| Netzcode: 2187235 | 90 Mal gelesen.
"Jeder sonnt sich an Romy"
Schauspielerin Jessica Schwarz über ihre Rolle als Romy Schneider
Am Anfang war das Bravo-Girl. Das war 1993. Die damals 16-jährige Jessica Schwarz wurde von den Lesern der größten deutschen Jugendzeitschrift zur Allerschönsten gewählt. Die gebürtige Michelstädterin packte die Gelegenheit beim Schopf, begann zu modeln und landete schließlich als Moderatorin beim Musiksender "VIVA".
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| Star ohne Allüren: Jessica Schwarz traf unseren Reporter in einem Münchner Café. Bild: Helmut Kunz |
Später glänzte sie dann mit ihrem Charme als Internet-Moderatorin bei "Wetten, dass ...?" Spätestens seit der Bambi-Verleihung im November 2009 zählt sie zu den großen deutschen Charakterdarstellerinnen.
Auf dem Sprung
Die 32-Jährige ist an diesem eiskalten Januartag auf dem Sprung zum Flieger nach Berlin. Wir treffen die unkomplizierte Schauspielerin in einem Café am Deutschen Museum und sind gespannt, was sie uns über ihre bisher größte Rolle zu berichten weiß: Die Rolle der "Romy", die sie zum Star machte. "Ich würde sagen, ,Romy' war natürlich schon ein Ausnahmeprojekt. Deshalb hatte ich auch sofort zugesagt, weil ich wusste, dass so ein Angebot äußerst selten kommt. Entweder man begibt sich da hinein oder man sagt: Mach ich nicht."
Wie groß die schauspielerische Herausforderung war? "Ganz groß", sagt sie und überlegt kurz. "Weil es ja nicht nur darum ging, dem Zuschauer nahe zu bringen, wer oder was Romy Schneider war. Nein, es gibt auch die Branche, die Romy Schneider sehr verehrt und vor der man sich Kollegin auch am meisten fürchten muss. Die Kollegen sind in ihrer Kritik am gnadenlosesten. Und wenn du dann trotzdem einen Bambi kriegst, kannst du dir schon sagen: Das hast du gut hingekriegt."
08.02.2010
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"Jeder sonnt sich an Romy"
Schauspielerin Jessica Schwarz über ihre Rolle als Romy Schneider
Nah an der Realität
Wie bereitet sich eine Schauspielerin auf so eine Rolle vor? Liest sie alle Biographien des Künstlers, den sie im Film darstellen soll? "Also alle habe ich nicht geschafft. Da gibt's zu viele. Viele ähneln sich ja auch." Regisseur Thorsten Fischer habe ihr deshalb fast schon befohlen, die Finger davon zu lassen. "Da muss man nämlich stark aufpassen. Wir wollten schon möglichst nah an der Wahrheit dran bleiben. Und bei einem Mythos gibt es eben viele Mythen."
Man wäre also Gefahr gelaufen, Leuten zu glauben, die glaubten, Romy Schneider gekannt zu haben, sich aber mit dieser Bekanntschaft nur selber beweihräuchern zu wollen? "Das gibt's sicherlich zu viele Ungereimtheiten und jeder sonnt sich ein Stück an Romy Schneider. Was er erlebt hat mit ihr. Gerade was Künstler angeht, muss man aufpassen. Die sind ja immer sehr lebhaft und sehr ausschweifend. Da wird dann meistens sehr viel mehr erzählt, als wirklich passiert ist."
Ja, und wie hat sie sich dann an diesen Menschen Romy Schneider angenähert? "Man guckt jeden Film an, man hat jede Dokumentation gesehen, man sucht nach Schnipseln, wo sie mal wirklich sie ist und nicht Romy Schneider, als prominente Person, die es so eigentlich gar nicht gegeben hat. Denn Romy Schneider wusste immer, wann gerade eine Kamera auf sie gerichtet war. Es gibt nur sehr wenige Momente, die sie zeigen, wie sie wirklich war. Weil sie von Klein an immer an die Kameras gewöhnt war und vor ihnen agiert hatte. Man sieht sehr wenig Natürliches von ihr."
08.02.2010
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"Jeder sonnt sich an Romy"
Schauspielerin Jessica Schwarz über ihre Rolle als Romy Schneider
Jessica Schwarz berichtet weiter: "Wir haben einen ganz kurzen Moment in einer Dokumentation gefunden, wo sie sich unbeobachtet gefühlt hat und den haben wir uns auch sehr oft und sehr genau angeschaut. Natürlich gibt es auch Parallelen zwischen Romy Schneider und mir."
Hart erarbeiten
Welche? "Sie war auch Autodidaktin und an keiner Theaterschule. Sie hat sehr früh angefangen. Auch ich mit 16. Diese Parallelen gibt es. Aber eigentlich ist es für eine Schauspielerin besser, wenn sie sagen kann: Es gibt keine. Denn dann hat sie sich ihre Rolle kräftiger erarbeiten müssen."