20.11.2009
| Netzcode: 2090968 | 572 Mal gelesen.
Stiftländer hilft Frauen in Marokko
Felix Wiedemann aus Tirschenreuth absolviert in dem Königreich internationalen Zivildienst
"Ich bin neugieriger geworden, probiere nun viel schneller Neues aus", erzählt Felix Wiedemann nach seinem sozialen Dienst. Den hat der 22-jährige Tirschenreuther in Marokko absolviert. 18 Monate war er dort. Und das hat ihn stark geprägt.
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| Felix Wiedemann mit zwei Kolleginnen des Frauenrechtsprojektes in Marokko. 18 Monate war der Tirschenreuther im Königreich und leistete dort internationalen Zivildienst. |
Kurz nachdem er 2007 sein Abitur am Stiftland-Gymnasium gebaut hatte, zog es ihn nach Fès, um seinen Anderen Dienst im Ausland (ADiA) - eine Art internationaler Zivildienst - leisten zu können (siehe Infokasten). In der drittgrößten Stadt Marokkos arbeitete der Tirschenreuther für "Association Initiatives pour la Protection des Droits des Femmes" (IDPF). Die Organisation will die Rechte der Frauen stärken.
"Mit Entwicklungsarbeit habe ich mich schon in der Schule auseinandergesetzt", so Wiedemann. Unter anderem engagierte er sich in der Arbeitsgemeinschaft "Eine Welt". Zudem wollte der weltoffene junge Mann schon immer für längere Zeit ins Ausland. Dass es dann das Königreich im Nordwesten Afrikas und die älteste der vier Königsstädte wurde, bezeichnet er als Zufall.
Der Stiftländer war im Internet auf die Seite des internationalen christlichen Friedensdienstes "EIRENE" gestoßen. Dessen Angebot überzeugte ihn. Und so bewarb er sich um einen freien Platz. Nach mehreren Bewerbungsetappen und persönlichen Gesprächen wurde ihm das IPDF-Projekt angeboten. Danach folgte noch ein zweiwöchiges Seminar, das zum Kennenlernen anderer Freiwilliger und der länderspezifischen Vorbereitung diente.
20.11.2009
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Stiftländer hilft Frauen in Marokko
Felix Wiedemann aus Tirschenreuth absolviert in dem Königreich internationalen Zivildienst
Wiedemann war in Marokko für die Öffentlichkeitsarbeit der Frauenrechtsorganisation zuständig. Der Aufbau einer Internetpräsenz, die Digitalisierung der Bibliothek und Übersetzungsarbeiten vom Englischen ins Französische standen auf seinem Arbeitsplan. Die Verständigung im Job lief hauptsächlich über Französisch. "Das war am Anfang schon recht schwer, da ich es nur aus der Schule kannte und keinen Praxisbezug hatte", gibt der 22-Jährige zu.
Marokkanisches Arabisch wird im Alltag gesprochen. "Das war natürlich eine Herausforderung." Einige Sprachkurse und die Unterhaltung mit Freunden halfen, die Sprache zu lernen. Dabei erwies es sich als Glücksfall, dass er in einem Studentenwohnheim untergebracht war. So konnte der junge Mann viele Freundschaften knüpfen.
"Die Arbeitseinstellung in Marokko ist anders als bei uns", erzählt Wiedemann. Kollegen gingen viel herzlicher miteinander um. Arbeit und Privates würden oft miteinander vermischt. Ausgiebige Gespräche über verschiedenste Themen seien keine Seltenheit. "Das sorgt für eine sehr lockere Atmosphäre am Arbeitsplatz." Jedoch schränkt der Student ein: "Es kann schon manchmal nerven, wenn man zum zigsten Mal hört, dies werde erst morgen, Inshallah (so Gott will), gemacht."
20.11.2009
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Stiftländer hilft Frauen in Marokko
Felix Wiedemann aus Tirschenreuth absolviert in dem Königreich internationalen Zivildienst
Der muslimische Glaube beeinflusst in Marokko jeden Bereich des täglichen Lebens. Dies hat Wiedemann auch viele unvergessliche Erlebnisse eingebracht. Besonders beeindruckt war er von dem großen Opferfest, das ein Monat nach Ende des Ramadans gefeiert wird. Jede Familie, die es sich leisten kann, schlachtet an diesem Tag zum Gedenken an Abraham ein Schaf. Dabei ist der Transport der Tiere schon Tage vor dem Fest zu bestaunen. Im Auto, zu Fuß, das Tier vor sich hertreibend, oder auf dem Gepäckträger des Rollers sind einige der Varianten. Wenn der Platz im Garten dann nicht ausreicht, kann es auch vorkommen, dass das Tier bis zum Opferfest auf dem Balkon oder in der Dusche unterkommt.
Arabisch vertiefen
Mittlerweile studiert der 22-Jährige im zweiten Semester Islamischer Orient, Angewandte Informatik und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bamberg. "Die Zeit in Marokko war dafür natürlich ausschlaggebend. Ich wollte unbedingt die arabische Sprache weiter vertiefen." Und dieser Tage konnte Wiedemann seine Fortschritte überprüfen. Er besuchte für zehn Tage wieder seine Freunde in Marokko.